Ticker: Wenn Regeln unglaubwürdig werden: Verrät der Fußball seine Werte?

13:10 – Nach kontroverser Diskussion endet der Workshop. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die 50+1 Regel zwar ihre Lücken hat, aber nachwievor für die Seele des Fussballs unerlässlich ist.

13:00 – Ein Anhänger des VfL Wolfsburg verwehrt sich  dagegen, dass Wolfsburg oder Leverkusen in einem Atemzug mit Hoffenheim oder RB Leipzig genannt würden. Schließlich würde VW seit Jahrzehnten den Verein unterstützen und gesund wirtschaften, wodurch ein entsprechend hohes Sponsoring erst möglich sei. Das Podium setzt dem entgegen, dass Red Bull und SAP ebenfalls gesund wirtschaften würden und die Unterschiede darum im Grund genommen marginal seinen.

12:55 – Ein Vertreter von Supporters Direct meldet sich zu Wort. Er betont die Notwendigkeit, dass Vereine durch Mitglieder getragen werden. Die Übernahme durch Firmen fuhr nur zu einer höheren Verschuldung der Vereine und zu einer Entfremdung des Publikums.

12:49 – Die Diskussion neigt sich langsam dem Ende zu. Insbesondere aus dem Publikum wird die kritische Haltung gegenüber Konstrukten wie RB Leipzig, Wolfsburg und Hoffenheim deutlich. Auch der Vorwurf an DFL und DFB, dass sie die Verflechtung von Verein und Unternehmen tolerieren oder sogar fördern wurde mehrfach erhoben.

12:40 – Christoph Biermann von 11Freunde erklärt, die Geschichte des deutschen Fußballs sei eine Geschichte der finanzielle Ungerechtigkeit. Am Bespiel von Rot-Weiss Essen erläutert er, dass das Phänomen Hoffenheim kein neues sei, da der Gründer von RW Essen mit seinem Kapital in den 50er Jahren den Verein  zur deutsche Meisterschaft geführt habe.

12:19 – Tobias Kuske erläutert, dass beispielsweise VW deshalb so viel Geld in den VfL Wolfsburg investiere, um die Stadt Wolfsburg und damit den Arbeitgeber VW für Fachkräfte interessanter zu machen, die der Konzern sonst eher schwierig in das tendenziell unattraktive Wolfsburg locken könne.

12:17 – Christian Bieberstein warnt vor einem platzen der finanzielle Blase in der Bundesliga, insbesondere der Pervertrierung von Ablösesummen, die in der Bundesliga bezahlt werden.

12:12 – Auf Nachfrage aus dem Publikum spricht sich Hr. Rettig auch für eine Durchsetzung des financial Fairplay aus. Er nimmt jedoch auch Vereinsfunktionäre in die Pflicht. Diese müssten eben auch langfristig und nicht nur in Zeiträumen Ihrer Amtszeiten denken.

12:05 – Schönes Zitat von Andreas Rettig: „Wir treten für 50+1 ein, ohne Wenn und Aber!“

12:03 – Hr. Rettig betont, dass Sponsoren und Investoren dennoch notwendig und grundsätzlich positiv zu sehen sind. DFL und DFB sind aus seiner Sicht jedoch in der Pflicht darauf zu achten, dass die Einflussnahme begrenzt wird, wörtlich: „Grundsätzlich sind Investoren willkommen, die sich an die Spielregeln halten“

12:00 – Andreas Rettig meldet sich aus dem Publikum zu Wort. Er erklärt, dass die Verbände mit aller Macht für die Aufrechterhaltung der 50+1 Regel kämpfen.

11:50 – Bekanntestes Beispiel für die Einmischung eines Unternehmens in Vereinspolitik ist der Wechsel von Luiz Gustavo von Bayern nach Wolfsburg, somit quasi konzernintern. Hier hatte Martin Winterkorn, Vostandsvorsitzender des VW-Konzerns auf Nachfrage von Journalisten geäußert, dass man den Transfer im Aufsichtsrat des FC Bayern schon durchbekommen werde. Eines der wenigen Beispiel, bei denen sich ein Konzernvertreter verquatschte und somit eine kurzen Einblick in die Verflechtung von Wirtschaftsunternehmen und Vereinen offenbarte.

11:45 – Weiter Beispiele für eine bizarrer Ausgestaltung sind die Verflechtungen des VW – Konzerns sowie der VW-Tochter Audi in die Vereine VfL Wolfsburg, Bayern München und FC Ingolstadt, an denen der VW – Gesamtkonzern jeweils hohe Anteile besitzt.

11:38 – Jochen Grotepaß erläutert zunächst die juristischen Grundlagen der 50+1 Regel. Insbesondere betont er den Passus in der Satzung des DFB, wonach ein Wirtschaftsunternehmen nach 20 Jahren ununterbrochener erheblicher Unterstützung eines Vereins einen Antrag beim DFB-Präsidium stellen kann, die 50+1 Regel für den betroffenen Verein aufzuheben. Martin Kind unterstützt Hannover 96 seit inzwischen 19 Jahren. Was hier nächstes Jahr passieren könnte, kann sich jeder denken…

11:30 – Das Podium ist nun besetzt mit Tobias Kuske (freier Journalist), Jochen Grotepaß (Perspektive FCK), Christian Bieberstein (Unsere Kurve / Vorsitzender HSV Supporters Club) sowie Rainer Vollmer (Aufsichtsrat Schalker Fanclubverband)

11:25 – Leider musste der für das Podium vorgesehene Christian Müller, Geschäftsführer von Dynamo Dresden, krankheitsbedingt absagen.  Auch hat die DFL leider keinen Vertreter nach Berlin entsandt, sich jedoch bereit erklärt, im Nachgang zum Fankongress mit Fanvertretern über die Thematik sprechen zu wollen.

11:15 – Hier geht es gleich los mit  der Diskussion, in der es primär um die 50+1 Regel sowie die Versuche diese zu umgehen oder aufzuweichen  gehen wird